La Palma Aktuell
Täglich frische Nachrichten von einer kleinen grünen Insel im Atlantik



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Nachrichtenarchiv November 2003


Sonntag 30.11.03 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Bananenbrei

Ein neues Türchen für den Bananenabsatz glaubt die Inselregierung gefunden zu haben. Eine Fabrik die aus 4.000 Kilo Bananen täglich Brei macht, besser gesagt Pulpe. Diese dient dann als Grundstoff für die Herstellung von Nachtischen (nicht Nachttische, so was kann man aus Bananen nicht bauen, sonst hätten wir das längst IKEA angeboten) und soll auch in den Kühlregalen der Supermärkte neben den Joghurtzubereitungen Platz finden. Der gesamte Verarbeitungsprozess soll auch hier vor Ort stattfinden, das ist das wirklich Neue daran.

Noch pfiffiger waren die Kollegen Zukunftsplaner mit der Finanzierung des Projektes. Zusammen mit Madeira hat man einen Plan ausgedacht, wie man über den EU Topf „Interreg“ als multinationales Projekt, 85% der gebrauchten Summe als Zuschuss erhält. Immerhin sind Fabrikanlagen, eine auf Madeira und eine hier auf La Palma, von jeweils tausend Quadratmeter Grundfläche angedacht. Dazu die Technik und Maschinen, da kommt sicher eine nette Summe zusammen. Ein Kostenvoranschlag ist allerdings noch nicht auf dem Tisch, da man erst sicher gehen will, dass die EU dafür auch das Geld hergibt. Freude schöner Götterfunken...



Sonntag 30.11.03 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Was haben wir da zu suchen?

Es gibt seit gestern Abend kein anderes Thema mehr, als die 7 toten Spanier im Irak. Die grausamen Bilder von auf Leichen tanzenden Leuten laufen fast auf Schleife in den Fernsehnachrichten. Bei all der Entrüstung über solche Gräuel stellt jeder sofort die Frage nach dem, was die Spanier dort eigentlich verloren haben. Nun wird sich zeigen, ob Jose Maria Aznar weiterhin Herr über Leben und Tod spielen will, oder der Ministerpräsident eines Volkes ist, welches den Krieg gegen den Irak nie wollte.

Fast unverschämt scheint die Sonne über La Palma und schon ist man wieder geneigt, das Alles weit weg zu schieben. Wir leben so weit ab vom Schuss, im wahrsten Sinne des Wortes, aber dieses mal können wir uns nicht wegducken. Mal sehen, was die Diskussionen die nächsten Tage bringen und ob Demokratie in Spanien nur ein Gesellschaftsspiel ist.



Samstag 29.11.03 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

Ein Wetter vom Feinsten

Der Nordostpassat hat an Stärke verloren und damit zeigt sich das gesamte Aridanetal wieder in herrlichem Sonnenschein. Die letzten Tage war der Nordost so kräftig, dass er die Wolken bis weit in die Westseite reintrug. Das sind dann auch die Tage, an denen die Vulkantour, zur Tortur wird, weil man durch einen schneidenden Wind von nur ein paar Grad über Null muss. Gut, auf der Vulkantour kann nichts passieren, aber so richtig nass und kalt, das wäre nichts für mich. Eigentlich genügt ein Blick nach Osten und man weiß, ob man den Weg angehen sollte.

Mein Wetterprophet Desiderio Padilla meint, bis Mitte nächster Woche bleibt unser Wetter nun so und dann hätten wir die Chance auf das nächste Tiefdruckgebiet, welches bislang noch südlich Islands liegt. Es ist halt nie abzusehen, wie viel von dem Tiefdruckgebiet uns erreicht, weil diese meist nach Osten hin weiterziehen. Ob das Tief dann bis runter zum 28. Breitengrad gelangt, das hängt wiederum davon ab, wie viel Hochdruck aus dem Süden sich dem Tiefdruck entgegenstemmen kann. Nur im Winter kann es überhaupt dazu kommen, das der Nordostpassat sich so weit in den Süden abrängen lässt, dass ein Tiefdruckgebiet uns erreichen kann. &xnbsp;



Samstag 29.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Verkehrte Welt im Inselparlament

Als Fortsetzung zum vorhergehenden Artikel. Der Inselhaushalt 2004 ist seit gestern Abend beschlossene Sache. Rein rechnerisch plant man Einnahmen von 88 Millionen Euro und Ausgaben von 86,6 Millionen. Das ist nichts absonderliches, aber wie es zu einer großen Mehrheit kam, wohl. Zur Erinnerung, die regierende Partei Coalición Canaria hat im Inselparlament die absolute Mehrheit, aber auch ein Bündnis mit den Konservativen, der Partido Popular. Diese hatten noch gestern größeres Mitspracherecht am Haushalt gefordert, sonst wollten sie dagegen stimmen.

Nach nur 45-minütiger Debatte (da hätte Scharping mal gerade sein Manuskript zurechtgerückt) kam es bereits zur Abstimmung und der Haushalt 2004 wurde mit großer Mehrheit verabschiedet, allerdings mit den Stimmen der eigentlichen Opposition, der PSOE. Die Konservativen haben tatsächlich gegen den Haushalt gestimmt und stehen nun für die Einen wie begossene Pudel da, für die Anderen wie Helden. Ein mutiger Schritt in die Bedeutungslosigkeit könnte man auch sagen.

Die haben halt noch nicht kapiert, wie Politik hier gemacht wird und schielen immer viel zu sehr nach Madrid, wo deren großer Vorsitzender Jose Maria Aznar, unangefochten regiert. Politik wird hier in vielen kleinen Schritten gemacht, hier ein Cortado mit dem richtigen Mann am Kiosk und dort ein „rein zufälliges“ Treffen bei der Einweihung einer neuen Toilette im Altersheim. Geht es dann zurück ins Parlament, dann ist alles längst gegessen. Kein Wunder, dass unser weiser Inselpräsident, José Luis Perestelo immer so unverschämt nachhaltig grinst, der hat es kapiert, der ist von hier! Saludos Amigos!



Freitag 28.11.03 18:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zwergenaufstand im Inselparlament

Es geht um den Inselhaushalt für das Jahr 2004. (Siehe 19.11.03) Die in absoluter Mehrheit regierenden Lokalnationalisten, die „CC“ (Coalición Canaria) hatte vergangene Woche den Haushaltsplan eingebracht und nun geht es für die anderen Parteien darum, daran kein gutes Haar zu lassen. Lustig ist nur, wer sich jetzt darüber so aufregt. Die Konservativen „PP“ (Partido Popular) sind nun die größten Kritiker, obwohl sie inselweit eine Koalition mit der „CC“ haben. Die eigentlich Opposition „PSOE“ hat vorher schon gesagt, sie werden nicht darüber meckern, weil es ja nichts bringt, sich gegen eine absolute Mehrheit zu stellen.

Vielleicht ist es ja auch nur kommunalpolitischer Alltag, dass man immer dagegen sein muss, auf jeden Fall hört man da schon mehr als eine Nachtigall, wenn der Koalitionspartner der größte Kritiker ist. Nun droht die „PP“ damit, in der Abstimmung gegen den Haushaltsplan zu stimmen, wenn man „uns nicht die Hand reicht“. Das soll wohl nichts anderes heißen als, fragt uns doch vorher, dann haben wir wenigstens das Gefühl auch mitreden zu dürfen. Als Koalitionspartner einer Partei, welche die absolute Mehrheit hat, kann man halt nur laut schreien, sonst nimmt einen ja keiner war. Vielleicht lernen die Konservativen ja auch mal daraus und wandeln sich vom ungeliebten Ballast zu einer echten Opposition. Aber warum soll es uns anders gehen als den Bayern, da glauben ja manche Parteien auch noch, dass Sie wirklich noch neben der CSU existieren...



Freitag 28.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Neues Patrouillenboot für die Guardia Civil

Die neue und schnittige Jacht heißt „Rio Guadolope“ und wird den anderen drei Booten helfen, die Küstengewässer der kanarischen Inseln besser zu überwachen. Die „Rio Guadolope“ wird in Corralejo auf Fuerteventura stationiert sein und hauptsächlich auf die Suche nach Booten mit illegalen Einwanderern geschickt. Hier auf La Palma bekommen wir die Boote der Guardia Civil nie zu sehen, dafür gibt es zu wenig Arbeit vor unseren Küsten.

Alle vier Boote sind in den Küstengewässern Lanzarotes und Fuerteventuras unterwegs und sind fast ausschließlich mit dem Strom der Immigranten aus Marokko beschäftigt. Ziel ist es, die Boote mit den Flüchtlingen noch auf See zu stellen, dann muss man die Leute nicht später mühsam an Land wieder suchen. Diese Praxis hat aber such seine Kritiker, nicht nur einmal sind Flüchtlinge beim Auftauchen der Patrouillenboote aus den kleinen Fischerbooten gesprungen, um schwimmend an Land zu gelangen. In anderen Fällen entstand so viel Unruhe, dass die völlig überladenen Boote kenterten. Dabei sind bereits viele Flüchtlinge ertrunken, weil die Guardia Civil diese Leute nachts nicht wieder finden konnte. Für die Guardia Civil ist das ein schwerer Job, sie müssen verhindern, dass die Flüchtlinge unbemerkt an Land kommen, aber gleichzeitig diejenigen retten, die sich vor ihnen verstecken wollen.



Donnerstag 27.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Schlechte Karten für einen Strand vor der Hauptstadt

Vielleicht wäre es besser gewesen, keine Untersuchung über den Zustand des Meeresbodens direkt vor der Hauptstadt zu machen. In Planung ist ein Strand und dazu wollte man es halt genau wissen. Nun wissen wir es und es geht uns gar nicht besser. Es sieht nicht gut aus mit dem Meeresboden direkt vor der Hauptstadt, aber das ist auch kein Wunder. Ein Hafen mit vielen Schiffen täglich hinterlässt seine Spuren, das kann man einfach nicht ändern. Ein hausgemachtes Problem kommt noch hinzu. Mit viel Aufwand hat man dem Meer ein paar tausend Quadratmeter abgerungen und einen Parkplatz erstellt. Alles was da so aus den Autos tropft, schwämmt der nächste Regen ins Meer und trägt damit noch mehr zur Verschmutzung bei.

Nun wollen Techniker Methoden studieren, welche die Biozönose des Meeresbodens vor der Hauptstadt wieder in Schwung bekommt. Da wird dann wieder viel Geld ausgegeben, um uns nachher zu sagen, dass wir damit aufhören müssen, unser Wasser zu verschmutzen. Vielleicht ist es einfach ein bisschen gewagt, einen Strand neben einem frequentierten Hafen erstellen zu wollen. So lange Schiffe und Autos keine Windeln tragen, wird es eine Illusion bleiben einen sauberen Hafen zu haben. Außerdem hat die Hauptstadt doch einen Strand, schön geschützt von der Hafenmauer, auf halbem Weg nach Los Guinchos. Da ist das Wasser sicherlich nicht sauberer, aber da hat noch keiner nach gefragt. Tazacorte hat da mal wieder richtig Glück gehabt. Den neuen Hafen fährt nach wie vor weder ein Frachtschiff, noch eine Fähre an, da ist es doch kein Wunder, dass dort sauberes Wasser und quicklebendige Meeresfauna auf uns wartet. Um das klarzustellen, die Universität Gran Canaria entnimmt den Küsten La Palmas in monatlichen Abständen Wasser und Sedimentsproben. Da gibt es nur beste Noten, eben bis auf den Streifen Küste direkt vor der Hauptstadt.



Donnerstag 27.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Historisches „Walkabout“ in Los Llanos de Aridane

Die Stadtchronistin María Victoria Hernández lädt morgen am Freitag zu einem historischen Bummel durch die Stadt ein. Sie möchte „Gedächtnis der Stadt in langsamen Schritten“, so der offizielle Titel, den eigenen Bewohnern näher bringen. Natürlich sind Gäste auch willkommen, aber man sollte halt der spanischen Sprache mächtig sein, um den Erzählungen folgen zu können. Los geht es, ganz klar auf der Plaza de España, erst in Richtung Osten und dann schlägt man einen großen Bogen zurück, um an der Plaza Chica, fast am Ausgangspunkt, wieder anzukommen.

Insgesamt will man 10 Stationen anlaufen, für jede dieser Stationen hat María Victoria Hernández eine Geschichte und manchmal auch ein Gedicht zur Hand. Da geht es um die Schutzpatronin des Ortes, „Virgen de los Remedios“, darum wie die erste öffentliche Uhr im Jahr 1852 installiert wurde und alle die großen Namen der Stadt tauchen auf, wie Matías Rodríguez, Elías Santos Abreu und Francisco Hernández Taño. Es werden auch historische Photos gezeigt und sicher wissen einige der Mitwandernden auch eigene Geschichten, von Ihren Großeltern erzählt, zu berichten. Wer morgen keine Zeit hat, der hat noch weitere Gelegenheit für den nostalgischen Rundgang. Den letzten Freitag im Dezember und im Januar gibt es Wiederholungen dieses historischen Ausflugs. Ein Haken ist leider auch dabei, die Veranstaltung beginnt leider erst um 22:00 Uhr und endet, wenn alle genug erzählt haben.

Bei uns in El Paso ginge so was halt schneller, einmal hoch zur Kirche und dann ab in die Kneipe zu Carlos, da hängen genug alte Photos rum und Geschichten fallen uns auch immer ein. Das war jetzt wieder der lockere Satz zum Schluss, aber ganz ohne Witz jetzt, das ist ein großartiges Angebot der Stadt Los Llanos welches ich mit Sicherheit wahrnehmen werde. Vielleicht kann man ja auch die Stadt dazu begeistern, so eine Führung mal für die Gäste zu veranstalten. Das wäre doch eine schöne Geschichte, bei uns ist die Kultur All-Inklusive und den Wein muss man selber bezahlen.



Mittwoch 26.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Tabuthema nun auch hier in der Öffentlichkeit

Anlässlich des Tages gegen die häusliche Gewalt gibt es nun auch auf den kanarischen Inseln eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Aktionen gegen eine der feigsten Arten der Gewaltanwendung. Die Gesetze sind auch hier schon längst da, oft trauen sich die Opfer aber nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, aus Angst vor weiteren Repressalien.

Gerade in unseren ländlichen Gebieten war häusliche Gewalt ein absolutes Tabuthema und erst langsam befreit man sich aus diesem Schweigen. Es gibt nun auf La Palma seit längerem ein Frauenhaus und auch in den Gemeinden sind die Abgeordneten für Soziales dafür geschult, den Opfern häuslicher Gewalt schnell zu helfen. Da sind aber noch viel mehr Anstrengungen nötig, um die große Dunkelziffer zu erhellen und so viel öffentlichen Druck auf die Peiniger auszuüben, dass eine allgemeine Ächtung stattfindet. Damit wird man das Problem nie ganz aus der Welt räumen können, aber vielleicht lassen sich damit die Täter ausgrenzen und nicht die Opfer, so wie das bisher leider oft geschehen ist.

Ein lustiger letzter Satz scheint mir zu diesem Thema unpassend. Allerdings berichtet eine Zeitung in der Schlagzeile: An der Demonstration gegen häusliche Gewalt nahmen mehrere hundert Frauen teil und auch drei Männer. So viel zur Gleichberechtigung.



Mittwoch 26.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

2 neue Flugzeuge für die „Islas Airways“

Eigentlich sollten die beiden neuen ATR 72 bereits Ende dieses Jahres in die Flotte aufgenommen werden, nun wird es doch Januar 2004, bis die beiden Maschinen aus Toulouse nach La Palma kommen. Dann hat die „Islas Airways“ 4 Flugzeuge dieses Typs und könnte damit bis zu 30% des interinsularen Luftverkehrs bewältigen. Auch wenn die Gesellschaft rechtlich in La Orotava auf Tenerife sitzt, fühlt sich La Palma doch als eigentlicher Heimathafen der kleinen Flotte. Das erste Flugzeug der „Islas Airways“ trägt ja den Namen unserer Insel und ist auch hier stationiert.

Die beiden neuen Maschinen sollen das Streckennetz erweitern, so werden dann zukünftig auch Flüge aus La Palma nach Fuerteventura und Lanzarote möglich sein. Die weiteren Zukunftspläne der Gesellschaft stehen klar auf Expansion. Es soll ein weiteres, kleineres Flugzeug noch zur Flotte kommen, eine ATR 42, mit der man auch die beiden kleinen Kanaren, El Hierro und La Gomera anfliegen will. Man überlegt den Kauf einer reinen Frachtmaschine, um an dem stark steigenden Frachtaufkommen auch teilhaben zu können.

„Islas Airways“ ist ein Familienbetrieb und wurde von Francisco González gegründet, einem der vielen Auswanderer der kanarischen Inseln, die in Venezuela ihr Glück suchten. Dort besitzt Francisco González die Fluggesellschaft „Santa Bárbara Airlines“ hat also Ahnung von diesem Geschäft und auch den nötigen finanziellen Rückhalt so ein Unternehmen zu starten. Die Geschichte der „Islas Airways“ ist somit ein ganz hervorragendes Beispiel für die heutige Situation auf den Kanaren. Viele Rückwanderer, oder deren Kinder kommen nun auf die Inseln ihres Ursprunges zurück und investieren hier ihr in Südamerika erworbenes Vermögen. Sehr zum Missfallen der dortigen Regierungen und sehr zur Freude der kanarischen Inseln.



Dienstag 25.11.03 18:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Erkältungswelle rollt an

Immer pünktlich mit dem ersten Regen und den nächtlichen tiefen Temperaturen geht das große Geschnupfe los und allerorten sieht man mit Schal bewehrte Leute, dick vermummt die neuesten Hausmittel gegen die infame Grippe diskutieren. Es handelt sich in den seltensten Fällen tatsächlich um eine richtige Grippe, aber eine einfache Erkältung erregt ja noch kein Mitleid. Warum wir alle schon bei, für Mitteleuropäer sommerlichen Temperaturen, bis unters Beinkleid frieren, liegt auf der Hand. Wir sind es einfach nicht gewohnt, uns dick anzuziehen, das sieht nicht schick aus und ist den Kranken vorbehalten.

Manchmal ist das Wetter hier auch heimtückisch, da kommt die Sonne raus, im Auto ist es unerträglich heiß und so fahren wir mit offenen Fenstern direkt in die Seele der Nasennebenhöhlen. Bei wechselnder Bewölkung kommt man oft nicht hinterher sich umzuziehen, gerade brennt die Sonne noch und schon weht der kalte Wind aus dem Norden wieder. Die Apotheken haben Hochsaison und bunkern für diese Jahreszeit das allseits beliebte „Frenadol“. Das gilt immer noch als Allheilmittel, obwohl es eigentlich nur ein Schmerzmittel mit Vitamin C ist. Aber klar fühlt man sich mit einer ordentlichen Portion Paracetamol gleich wieder besser und wer das 20er Päckchen gekauft hat, kann so eine Woche lang die Erkältung im Halbdelirium abreiten.

Es gehört auch zum guten Ton, im Moment erkältet zu sein. Wer jetzt behauptet, es ginge ihm gut, der macht sich verdächtig, so ein Weichei mit Heizung im Haus zu sein. Also gibt man sich dem sozialen Druck hin und jammert im Chor mit den anderen, von heimtückischen Viren geplagten Mitbewohnern. Ganz verblüfft müssen wir immer wieder feststellen, dass unsere Gäste keine Erkältung bekommen und im T-Shirt und kurzen Hosen auf die Berge rennen und nur so vor Gesundheit strotzen. Gut, dass wir eine besondere Rasse an Gästen haben, das wissen wir schon länger, aber warum die so penetrant gesund sein müssen, das ist doch nicht normal. Da kann ich doch nur an das ausgeprägte Sozialgefühl unserer Gäste appellieren, wie können Sie sich so wohlfühlen, wenn die armen Eingeborenen an schwerer, nachhaltiger endemischer Erkältung leiden? Seien Sie gnädig, tun Sie wenigstens so als seien Sie auch erkältet, das dient der Völkerverständigung...



Dienstag 25.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wer soll das bezahlen

Es geht wieder mal um den Badestrand in Puerto de Tazacorte. Dort hat man vor 2 Jahren einen Wellenbrecher gebaut, der es erlaubt bei fast allen Windrichtungen zumindest in einem kleinen, geschützten Bereich zu baden. Aber eben nur bei fast allen Windrichtungen. Jeden Winter kommt es aber vor, dass hohe und lange Wellen (Grundsee) aus dem Nordatlantik auf die Westküste der Insel zulaufen und dabei den Sand aus dem Strand spülen um ihn an anderer Stelle wieder aufzutürmen.

Das kostet jedes Mal viel Zeit und vor allem auch Geld, den Sand mit schweren Maschinen wieder dorthin zu bringen, wo man ihn haben will. Geld, welches die Gemeinde nicht hat und auch nicht ausgeben will. Angestrebte Lösung wäre die Verlängerung des gebauten Wellenbrechers um fast 50 Meter. Die zuständigen Behörden, Umweltschutz und Küste sind aber nicht bereit die 3,6 Millionen Euro auszugeben, die eine Verlängerung des Wellenbrechers kosten würde. Nicht nur das, die Techniker behaupten sogar, dass der Wellenbrecher selbst daran Schuld ist, dass immer wieder viele tausend Tonnen Sand von einer Stelle des Strandes zu einer anderen gespült wird. Nach den Technikern würde die Verlängerung des Wellenbrechers keine Abhilfe schaffen, die Strömungsverhältnisse lassen sich damit nicht ändern. Helfen würde nur ein völliges Abschirmen des Strandes von beiden Seiten, leider ein unbezahlbares Unternehmen.

Unverständlich dabei ist, warum Tazacorte nicht das seit nun über 20 Jahren im Bau befindliche Meerwasserschwimmbecken fertig stellt und sich damit unabhängig von den nicht zu beherrschenden Launen der Natur macht. Aber das bleibt ein Geheimnis, welches nur die Leute aus Tazacorte verstehen.



Montag 24.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Auf El Hierro stürzt das Dach einer Sporthalle ein

Nur durch Zufall gab es keine Verletzten, da die Bauarbeiter gerade zuvor das im Bau befindliche Sportstadion verlassen haben. Die Mehrzweckhalle in Frontera wird die größte Sportanlage der Insel, oder besser, sollte es werden. Die Dachkonstruktion von 56 x 86 Metern wurde unter größten Schwierigkeiten auf die Insel gebracht und noch weiß man nicht, warum diese dann in sich zusammenbrach.

Ein Gruppe von Technikern ist nun damit beschäftigt, die Unfallursache zu bestimmen. Der Sachschaden liegt bei mindestens 610.000,- Euro, da nicht nur die Dachkonstruktion selbst kaputt ist, sondern auch die gesamte erste Bauphase neu erstellt werden muss. Nun muss ermittelt werden, wer für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann, erst dann kann man an ein Weiterbauen denken. Glücklich muss man aber sein, dass wieder mal die kanarischen Schutzengel zur Stelle waren und das Dach erst einstürzen ließen, als die Bauarbeiter bereits Feierabend hatten. Na ja, manchmal lohnt es sich halt schon, ein katholischer Flecken Erde zu sein...



Montag 24.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 8 mm

Fünfhundert Musiker in Garafia

Alljährlich findet ein Treffen aller Musikkapellen der Insel statt und dieses Jahr fiel das Los auf die Stadt, Santo Domingo de Garafia, meistens nur Garafia genannt. Ausrichter dieser Treffen sind die Inselregierung und die lokale Sparkasse „Caja Canarias“. Eigentlich sollten die musikalischen Darbietungen unter freiem Himmel stattfinden, auf dem Stadtplatz, aber der angekündigte Regen machte einen Umzug in die nahe Kirche „Nuestra Señora de La Luz“ notwendig. Die Akustik in der Kirche ist ja eigentlich eh viel besser als draußen, aber so konnten deutlich weniger Zuschauer die Musikdarbietungen verfolgen.

> Immer wenn mehr als drei Palmeros auf einen Haufen zusammen sind, ist gleich ein Schutzpatron zur Stelle, so fand dieses 22. Musikertreffen der Insel unter dem Schutz der heiligen Cecilie statt, welche zuständig ist für das Wohlergehen aller Musiker. Da es heute Nacht, entgegen meiner Prognose doch noch mal im Aridanetal geregnet hat, muss ich wohl heute bei meinen Besuchen der Gäste den heiligen TUIdon um Hilfe bitten. Der heilige TUIdon ist der Schutzpatron der Ferienhausvermieter und zu dieser Jahreszeit meistens sehr beschäftigt. Er geht dann von Finca zu Finca und verteilt kleine Heiligenbildchen mit der Aufschrift: Morgen ist das Wetter wieder gut.



Sonntag 23.11.03 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Klare Tage und kalte Nächte

Heute Nacht war mit einer Temperatur von nur 11 Grad die Kälteste in diesem Herbst. Auf unserer Höhe, etwa 450 Meter wird es nur ganz selten noch kälter. Ab 1.500 Metern Höhe gab es allerdings bereits den ersten Frost. Die Regel, pro einhundert Höhenmeter ein Grad weniger stimmt fast immer, außer wir haben Calima, da dreht sich alles um. Schnee ist noch keiner gefallen auf dem Roque, dazu war der Wind nicht günstig. Das kann aber in den nächsten Tagen anders werden.

Nun aber hat der Wind im Lauf des Tages auf Nord gedreht und wird wohl noch weiter nach Nordost auswandern. Für Niederschläge ist somit keine Chance mehr im Aridanetal. Tagsüber konnten wir noch einige Schauer über dem Atlantik beobachten, die uns aber nicht erreichen konnten. Im Norden regnet es nun noch, wird aber spätestens Morgen auch wieder vorbei sein.

Die kalte und klare Luft lässt uns zwar frösteln, hat aber auch einen sehr schönen Nebeneffekt. Wenn man an einer wenig beleuchteten Stelle der Insel den Kopf nun nachts in den Nacken legt und nach oben sieht, dann zeigen sich die Sterne und Planeten klarer und deutlicher als je zuvor. Konzentriert man sich eine Weile auf bestimmte Punkte des Himmels, dann meint man vor lauter Sternen keinen schwarzen Hintergrund mehr zu erkennen. In solchen Nächten wird einem schon klar, warum die Sterngucker gerade bei uns ihre Observatorien aufgestellt haben. Wie viel mehr Sterne muss man dann erst mit einem Teleskop beobachten können.



Sonntag 23.11.03 09:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 12 Grad, Niederschlag: 0 mm

Tazacorte setzt noch mehr auf Fischzucht

In letzter Zeit ist der Bürgermeister von Tazacorte Ángel Pablo Rodríguez häufig kritisiert worden, er kümmere sich überhaupt nicht um die Belange der Fischer, sondern habe nur die touristische Zukunft des Ortes im Sinn. Vielleicht um diesen Eindruck nicht stehen zu lassen, fordert er nun eine Forschungsstation für Fischzucht im Hafen von Tazacorte. Im Hafengelände selbst ist genug Platz und so könnte man locker an die 5.000qm für eine solche Installation freimachen.

Im Meer vor Tazacorte sind bereits 3 Firmen erfolgreich mit Schwimmkäfigen mit der Aufzucht von Speisefischen beschäftigt. Diese Firmen wiederum sind auch daran interessiert, eine solche Station in Tazacorte zu haben. Da ist von Forschung dann aber nicht mehr die Rede, sondern von der Nachzucht von Jungfischen, die dann in die Schwimmkäfige ausgesetzt werden können. Bislang kauft man die jungen Fische auf dem Festland und setzt diese mit 4 Gramm Gewicht in die Käfige um dann später mit einem Kilogramm wieder zu ernten. Der Bürgermeister ist nun wieder mal auf der Suche nach Geld, um die Forschungs- oder Aufzuchtstation finanzieren zu lassen. Tazacorte selbst ist chronisch Pleite und so bleiben immer wieder die besten Ideen liegen. Das Meerwasserschwimmbecken, der Sporthafen, das Kühlhaus, für all diese Projekte sucht man noch Geldgeber. Aber sicherlich ist es kreativer die Zukunft zu planen, anstatt gegenwärtige Projekte zum Abschluss zu bringen.



Samstag 22.11.03 19:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 2 mm

Leuchtwesten für die Autofahrer

Ein neues Gesetz schreibt für jedes Auto das Mitführen einer reflektierenden Leuchtweste vor, um in Falle eines nächtlichen Vorfalles die Beteiligten besser sehen zu können. Diesmal hat aber der Gesetzgeber weise beschlossen, dass es eine Übergangszeit von 6 Monaten gibt, bevor man bestraft wird, wenn man keine dieser Westen an Bord hat.

Man hat gelernt. Vor zwei oder drei Jahren musste man plötzlich 2 Warndreiecke mit im Auto führen und in ganz Spanien gab es plötzlich keine dieser Dreiecke mehr zu kaufen. Auf La Palma gab es sogar Radiodurchsagen, welcher Laden gerade wieder Warndreiecke hatte. Anfänglich war die Polizei gnadenlos und bestrafte die Leute, trotz der Beteuerung und dem Wissen, dass es auf ganz La Palma keine zu kaufen gab. Nun haben wir 6 Monate Zeit, aber wie ich uns kenne, denken wir erst in 5 Monaten und 30 Tagen wieder daran. Ein kleiner Tipp für Importeure, da lässt sich bald ein Geschäft machen.

Tagsüber hat es kaum noch geregnet, ein paar dünne Schauer kamen aus dem Westen heran. Dafür ist es kalt geblieben und zum ersten Mal in diesem Winter, haben wir die 20 Grad tagsüber nicht erreicht. Morgen soll es noch mal so weitergehen, danach wird es wieder wärmer.



Samstag 22.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 20 mm

Endlich ist der Regen da

Eigentlich haben wir uns schon nicht mehr getraut, darauf zu hoffen, dass nun endlich ein ergiebiger Niederschlag unsere ausgetrocknete Landschaft wieder ergrünen lässt. Gestern Nacht war es dann so weit. Drei Stunden lang schöner Regen, ganz ohne Wind, so haben wir das gern. Das Ergebnis, 20mm Regen, damit kann der Boden was anfangen. Wenn wir heute noch mal die gleiche Menge hinzubekommen, dann können wir zufrieden sein.

Jetzt können endlich die ganzen Dickblattgewächse (fette Hennen) ihren Wasserspeicher neu füllen und mit einer Blüte die Regenzeit begrüßen. Diese Hungerkünstler sind eine Welt für sich und eine der wenigen wirklich endemischen Pflanzenfamilien der kanarischen Inseln. Man schätzt, dass fast 85 Arten dieser skurrilen Gewächse nur auf den Kanaren vorkommen. Leider gibt es noch keinen ausführlichen Pflanzenkatalog über diese prähistorischen Gewächse, geschweige denn einen botanischen Garten, wo man dieses Erbe der Kanaren gesammelt betrachten kann. Da haben wir also noch was vor. Vielleicht könnte man ja einen Golfplatz als zukünftigen Standort für einen botanischen Garten nehmen. Golf will hier eh keiner spielen und wenn dann das Gelände wieder zur Verfügung steht...



Freitag 21.11.03 16:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

La Palma als Produkt

Da hat sich unser Abgeordneter für Tourismus und Transport, Jaime Sicilia mal wieder richtig vorführen lassen. Auf den Messen „World Travel Market“ in London und „Reisesommer“ in Frankfurt machte der ansonsten sehr vernünftige Mann keine gute Figur. Bei den Engländern bekam er eine Abfuhr und lediglich die Zusage, dass nächstes Jahr ein Flieger die grüne Insel ansteuert, also bereits wieder einer weniger als dieses Jahr. Es wird halt keine richtige Liebe zwischen den Engländern und La Palma.

Der Ausrutscher passierte dann aber in Frankfurt. Ein neuer Interessent meldet sich, der sonst ältere Herrschaften nach Madeira schippert und nun an La Palma interessiert ist. Dieser meinte, La Palma sei ein interessantes Produkt, weil es so sauber ist. Außerdem möchte er dieses Produkt besser kennen lernen um Meinungen auszutauschen. So ganz habe ich das nicht verstanden, von was der eigentlich spricht. Gibt es da eine neue Slipeinlage mit dem Namen La Palma, die besonders sauber ist? Oder wusste der Mann nicht, dass La Palma eine Insel ist mit 85.000 Menschen darauf und kein Produkt, welches man drehen und wenden kann bis es einem gefällt?

Wenn ein Reiseveranstalter das sagt, dann ist das egal, die denken so. Aber der von uns gewählte Vertreter dieser Insel kann uns doch nicht als Produkt stehen lassen und diese Aussagen auch noch als Erfolgsmeldung mit nach Hause bringen. Merkt der Mann denn nicht, auf was er sich da einlässt? Soll es uns auch ergehen, wie dem Süden Tenerifes, oder der Dominikanischen Republik? Erst wenn alle störenden Eigenschaften von dem Produkt entfernt sind, dann können wir vielleicht mit dem erlauchten Besuch grauhaariger Engländer rechnen. Sollen wir unsere Schluchten einebnen, damit man die Leute im Rollstuhl rüberschieben kann, oder sind als schlechte Eigenschaften eher die Palmeros gemeint, die nicht so recht ins angepasste Europa passen, weil man sich dazu verbiegen müsste? Bisher haben wir Gäste auf der Insel gehabt, die uns besuchen kommen, weil sie die Insel so lieben wie sie ist. Das sind Gäste die diesen Namen auch verdienen und auf diese Gäste sind wir stolz, die anderen sollen sich ein konfektioniertes Produkt aussuchen.



Freitag 21.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Palmen müssen zum Frisör

Unsere geliebte endemische Palme „Phoenix Canariensis“ ist ein Überlebenskünstler und wächst in den abgelegensten Winkeln der Insel, ohne dass sie irgendwelche Pflege nötig hätte. Da stehen dann majestätische Exemplare mit dem typischen Aussehen, die alten abgestorbenen Palmwedel hängen wie ein langer Bart am Stamm herunter. Nur der Wind kümmert sich darum, diese nicht mehr benötigten Wedel zu entfernen. Das zu den Palmen in abgelegenen Winkeln.

Überall dort, wo die „Phoenix“ in Menschennähe steht und besonders dort, wo sie an Straßen eine Allee bildet, muss der Mensch nachhelfen. Einmal passt das Bild von „bärtigen“ Palmen nicht in die Vorstellung einer properen Insel, das ist ein bisschen so wie Kleider machen Leute. Der andere Punkt ist aber wichtiger. Die abgestorbenen Palmwedel können bei starkem Wind wie Wurfgeschosse über die Straßen fliegen und ohne Probleme eine Windschutzscheibe durchbohren. Außerdem sind die inneren Blätter eines jeden Palmwedel der „Phoenix Canariensis“ zu extrem spitzen Stacheln verwachsen. Wer so einen Wedel aus mehreren Metern Höhe auf den Kopf bekommt, der überdenkt sein Verhältnis zu Palmen generell.

Nun müssen die Palmenfrisöre der Insel wieder ausrücken und die Bärte der rauen Schönheit entfernen. Das ist ein aufwendiger und völlig unbeliebter Job. Die älteren Palmen sind locker 10 Meter hoch, da muss dann eine Hebebühne ran und die Arbeiter stehen dort oben und versuchen sich mit der Kettensäge gegen die spitzen Stacheln zu wehren. Zudem nisten gerne ganze Taubenfamilien in dem dichten Blattwerk um sich vor Katzen und Falken zu schützen und so sind die Arbeiter zusätzlich einem Staubwirbel aus Taubenkot ausgeliefert. Aber was tut La Palma nicht alles für seine Palmen.



Donnerstag 20.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Immer schön der Reihe nach

Jeden Donnerstag im Winter das gleiche Bild am Flughafen. Innerhalb von 4 Stunden landen 6 Chartermaschinen aus Deutschland und eine aus der Schweiz. Dazu fliegen in dem selben Zeitraum noch 8 interinsulare Flüge und bringen unseren kleinen Flughafen ganz schön ins Schwitzen. Wo sonst träge Gemütlichkeit herrscht ist dann so richtig was los und die Mitarbeiter am Flughafen haben alle Hände voll zu tun, Passagiere abzufertigen.

Aber auch die Piloten haben so ihre Probleme, wenn da nur eine Maschine Verspätung hat, oder nicht rechtzeitig abgefertigt wird, dann muss der anfliegende Jet Warteschleifen drehen, weil kein Platz mehr auf dem Vorfeld ist, das Flugzeug abzustellen. Dabei ist der Flughafen La Palma keinesfalls zu klein, nur eben genau am Donnerstag um den Mittag herum, wollen alle gleichzeitig landen. Die Gäste tragen es immer mit viel Fassung und wenn man dann erst mal gelandet ist und seine Koffer hat, dann geht eh alles seinen herrlich beschaulichen Weg.



Donnerstag 20.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wo bleibt der Regen

Die Frage stellt sich wieder mal nur für die Westseite der Insel, der Osten wurde bereits reichlich bedacht. Die Großwetterlage meint es noch nicht gut mit uns und hält alle größeren Tiefdruckgebiete zu weit nördlich, als dass uns ergiebige Niederschläge auf der Westseite erreichen könnten. Die 30mm Regen, die wir bislang im Aridanetal hatten sind lächerlich, wenn wir auf unser Jahressoll von 650mm kommen wollen.

Nun gibt es wieder Hoffnung für das Wochenende. Ein Tiefdruckgebiet, westlich von Island wandert Richtung Süden und wenn Petrus dem Regenspender kein Bein stellt, dann könnten wir endlich auch in den Genuss kommen, den unsere Gäste uns eigentlich nicht gönnen wollen. Ich kann ja verstehen, dass man nicht gerne im Regen über die Vulkane klettert, aber das ist ja gerade das Schöne auf La Palma, irgendwo auf der Insel scheint immer die Sonne und dann fährt man halt dorthin.



Mittwoch 19.11.03 13:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Her mit den kleinen Engländerinnen

Heute habe ich die ersten Engländer des Jahres im Supermarkt entdeckt. Jeden Winter gibt es ja zwei Charter aus Manchester und London und die sorgen für einen Farbklecks in dem sonst so gewohntem Urlauberbild. Während die Mitteleuropäer, (Holländer, Schweizer und Deutsche) eher lange Hosen tragen und bei der Kleidung nur durch die unvermeidlichen Wanderschuhe auffallen, sind die Briten da ganz anderer, bunter Natur. Die Shorts waren irgendwann mal auf Bermuda und auf dem, bedrohlich gespannten T-Shirt steht in großen Lettern: Britanica!

Drei leichtbekleidete weißfleischige Teenies wuseln um den sichtlich überforderten Vater herum und füllen den Supermarkt in einer für alle Palmeros noch unverständlicheren Sprache, als es die Deutsche bereits ist. Man merkt den kurzen, aber deutlichen Blicken der Verkäuferinnen an, wie die Unsicherheit in ihnen hochsteigt. Da haben wir doch alle auf der Schule Englisch gelernt, aber das was wir da gelernt haben, hörte sich irgendwie anders an. Dann tut man lieber wieder auf gar nichts verstehen, das klappt bei den Deutschen auch und dann kommen da schon ein paar Brocken Spanisch. Aber Engländer sind deutlich beharrlicher und mit dem angeborenen Selbstvertrauen gesegnet, dass alle anderen ihre Sprache sprechen. Gut, dass es auch eine Selbstbedienungstheke mit Frühstückspeck gibt, dann muss der Leib nicht darben.

Engländer sind neu für uns und wir können anfängliche Schwierigkeiten nicht verheimlichen. Die jahrzehntelange Gewöhnung an die stillen deutschen Urlauberpärchen erschreckt uns ein bisschen und zeigt uns, dass wir wieder viel lernen müssen. Warum es kaum Tourismus aus England bei uns gibt, dass hat wohl mit Tradition und anderen Erwartungen vom Aussehen der kanarischen Inseln zu tun. Vielleicht ist es aber auch die pure Angst. Ein Gast hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass wohl viele männlichen Engländer um ihr leibliches Wohlergehen auf La Palma fürchten. Am Strand von Tazacorte steht ein Schild auf dem in mehreren Sprachen erklärt wird, was so alles verboten ist, unter anderem das Ballspielen. Von den Engländern fordert man aber noch mehr, da steht: no balls please!



Mittwoch 19.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Inselhaushalt 2004 vorgestellt

So einen Haushaltsplan möchte der Eichel auch gerne mal erstellen. Auf 88,8 Millionen Euro steigt der Haushalt 2004, bei errechneten 87,4 Millionen Ausgaben. Die Differenz dient dazu, das Haushaltslöchlein vom Vorjahr zu decken. An Einnahmen erwartet man 86,4 Millionen Euro, was etwas mutig ist, denn dazu müssen diese um 9% ansteigen. Dennoch wird man wohl nicht über die 5 Millionen erlaubten neuen Schulden hinausrücken müssen. Hört sich alles ganz vernünftig an.

Der größte Batzen geht mit 31 Millionen in die Infrastruktur und das öffentliche Bauwesen. Danach kommen die Löhne und Gehälter der Inselbediensteten mit 24,6 Millionen Euro. Einen großen Sprung nach vorne machen die Ausgaben für Soziales, diese verdoppeln sich fast von 4,9 auf 9,3 Millionen Euro. Für die Wasserversorgung der Insel stehen noch 3,5 Millionen zur Verfügung und für touristische Entwicklung etwas mehr als eine Million. Nun wird noch die, ohnehin machtlose Opposition dazu angehört (na Eichel, bist du neidisch?) und dann kann am 28 November der Haushaltsplan verabschiedet werden. Bei uns zu Hause geht das demokratischer zu. Wenn am Monatsende Geld übrigbleibt, dann ist das mein Geld, wenn nichts übrigbleibt, dann hat meine Frau mal wieder zu viel ausgegeben.



Dienstag 18.11.03 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Polnische Schüler auf La Palma

Schon mal geübt für die EU haben die Schule von Las Nieves und eine Gruppe Schüler aus der polnischen Stadt Rzeszöw. Eine Woche werden die Schüler die harten Pennälerbänke La Palmas kennen lernen, wobei der Unterricht natürlich dabei nicht im Vordergrund steht. Der Inselpräsident war da, die Schüler willkommen zu heißen und bat die Gruppe polnischer Jugendlicher, in ihrem Land Botschafter La Palmas zu sein. (Hat er fein gesagt)

Hintergrund dieses Besuches ist das europäische Schüleraustauschprogramm „Leonardo“. Das ist eine Supergeschichte, die noch viel mehr genutzt werden sollte. Gerade für uns Insulaner ist das eine hervorragende Möglichkeit, außerhalb touristischer Begegnungen, andere Völker zu beobachten und diesen näher zu kommen. Das ist das doch, was Europa ausmachen soll und wo anders kann man da anfangen als bei den jungen Menschen.

Wir haben noch eine schöne Seite über La Palma entdeckt, HIER .



Dienstag 18.11.03 07:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Nachricht hinter der Nachricht

Leider schreiben die meisten lokalen Berichterstatter einfach nur ab, was ihnen bestimmte Quellen erzählen und die paar deutschsprachigen Blättchen kann man da leider nicht ausnehmen. Da werden, ohne Nachzudenken, Zahlen und Prognosen übernommen, die nicht einmal einer oberflächlichen Begutachtung standhalten. Ein Beispiel von vor 2 Wochen. Die Inselregierung meldet einen starken Anstieg des nationalen Tourismus, weil der internationale einfach nicht so will, wie man selbst. Um positive Zahlen zu präsentieren, behauptet man kurzerhand, in jedem Inselhopper zwischen Tenerife und La Palma sitzen an die 24% Touristen. Das ist völlig aus der Luft gegriffen, außerhalb der Sommersaison sitzt da so gut wie nie ein Tourist drin. Leider übernehmen andere Zeitungen solche Berichte ungeprüft, vielleicht noch schlimmer, ohne nachzudenken.

Heute gibt es wieder einen statistischen Bericht über die Flugbewegungen auf La Palma. Die ganz klar regierungstreue Zeitung „Diario de Avisos“ berichtet stolz über eine Zunahme der Flugbewegungen im Oktober 2003 gegenüber dem gleichen Monat in 2002 von 28%. Der einzige Hintergrund dieser enormen Steigerung ist das Auftauchen einer zweiten Fluggesellschaft, der „Islas Airways“ die seit Mai 2003 täglich 4 Flüge ab La Palma nach Tenerife anbietet. Diese Nachricht wird einfach weggelassen, Hauptsache Steigerung.

Was nun die Zahl der Chartermaschinen angeht, die im Oktober dieses Jahres nach La Palma geflogen sind, da muss man rechnen und zwischen den Zeilen lesen Um bloß nicht den Eindruck zu erwecken, dass wieder einmal weniger internationale Touristen auf diese Insel gekommen sind, hat man diese Nachricht hübsch versteckt.

Lassen Sie uns das man zusammensetzen. Wenn im Oktober 2003 28% mehr Flugbewegungen stattgefunden haben und im gleichen Monat die Steigerung der nationalen Flüge 33,4% ausgemacht hat, dann heißt das doch, dass die internationalen Flüge abgenommen haben. Das gleiche gilt für die Zahl der Passagiere. Diese Zahl ist im Oktober 2003 um insgesamt 3,9% angewachsen, die Steigerung bei den nationalen Verbindungen beträgt aber alleine schon 4,9%.


Montag 17.11.03 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Portugiesen waren es

Die letzten Ziegen der prähispanischen Zeit sollen nun auch verschwunden sein. Das befürchtet Juan Capote, Wissenschaftler vom kanarischen landwirtschaftlichen Institut. Diese Ziegenrasse gab bereits den Ureinwohnern der Inseln, also Guanchen und Benahoaritas Milch und Fleisch. Juan Capote spricht von einer genetischen Perle die nun verschwunden ist. Das Gute nur, es ist nicht uns selbst passiert, denn hier auf den Kanaren gibt es seit Jahrhunderten nur noch Kreuzungen aus der prähispanischen Ziege und Rassen vom Festland.

Nein, die Portugiesen haben da Mist gebaut. Wie denn? ganz einfach. Auf drei kleinen unbewohnten Inseln südlich Madeira, „Las Desertas“ genannt, war das letzte Rückzugsgebiet dieser uralten Ziegenrasse. Nun haben Vogelschützer aus Portugal beschlossen, die Ziegen auszurotten da diese die Population des gelben Sturmschnabeltauchers bedrohen. Dieser Vogel ist sehr selten und kommt nur auf den Azoren, Madeira und auf Lanzarote vor. Juan Capote tobt nun und spricht von „Ökotalibanen“, die ohne Rücksicht auf Verluste eine Tierrasse vom Erdball fegen, um nur ein paar Vögel zu retten, die seit über 550 Jahren friedlich mit den Ziegen zusammengewohnt haben.

Nun hofft man, dass die portugiesischen Jäger nicht ganz so erfolgreich waren und nicht alle Ziegen gefunden haben. Vielleicht sollte man dann aber auch so pfiffig sein, die eigenen Ziegen bei sich selbst zu schützen und nicht 550 Jahre in fremde Obhut zu geben und dann zu meckern, wenn ein bestimmter Vogel dort eine stärkere Lobby hat, als die Ziege. Es ist schon interessant, wie schützenswert plötzlich Tiere sein können, um die man sich ein halbes Jahrhundert lang nicht gekümmert hat. Ich würde mich freuen, auf La Palma wieder ein paar richtig endemische Ziegen zu haben, warum nicht, bei uns ist endemisch gerade Schick und Nachhaltigkeit zur Inselkultur erklärt. Wie man nun die endemischen Ziegen erkennt, ganz einfach an dem unverschämt nachhaltigen Grinsen, weil man nun wieder wichtig ist, wenn es noch welche gibt.



Montag 17.11.03 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Immigranten ganz böser Art

Eine neue Katastrophe bahnt sich in der kanarischen Landwirtschaft an, ein neuer Pilz ist auf die Inseln eingeschleppt worden, Fusarium Subglutinans. Bislang waren die Inseln frei von diesem Pflanzenschädling, nun aber müssen wir uns auch dieser neuen Bedrohung stellen. Auf Gran Canaria mussten 1.800 Mangobäume zerstört werden, da es bislang keine effektive Möglichkeit gibt, diesen Pilz zu bekämpfen. Man nimmt mit großer Sicherheit an, dass auch dieser Pilz mit illegaler Einfuhr von Obst und Gemüse aus Südamerika zu uns gekommen ist.

Es ist ein weiterer herber Rückschlag für unsere Bemühungen mehr Ökologie in unsere Landwirtschaft zu bringen. Es ist müßig zu fordern, keine Chemie mehr, wenn uns jedes Jahr an die 30 verschiedenen neue Pflanzenschädlinge ins Nest gesetzt werden. Die Landwirte und Forschungsanstalten kommen gar nicht hinterher, Strategien gegen einen neuen Pflanzenschädling zu entwickeln, dann ist bereits der nächste da. Bleibt nur, die Kontrollen an den Häfen noch weiter zu verschärfen, aber es erscheint nahezu unmöglich, jede Kartoffel und jeden Sack Zwiebeln der importiert wird, auf neue Pflanzenschädlinge hin zu untersuchen.



Sonntag 16.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zuwachs Nummer zwei

Nachdem wir heute Morgen vom Zuwachs der Bevölkerung gesprochen haben, sind jetzt die Autos dran. Von Januar bis September dieses Jahres wurden auf La Palma 2.089 neue Autos zugelassen, im gleichen Zeitraum des Jahres davor, waren es lediglich 1.946 Fahrzeuge. Schnell gerechnet ergibt das einen Zuwachs von etwas mehr als 7%. Damit setzt sich La Palma nicht an die Spitze der kanarischen Inseln, sondern lediglich ins hintere Mittelfeld. Tenerife und Gran Canaria haben zweistellige Zahlen zu melden.

Ein ganz interessanter Punkt ist dagegen, dass die Zahl der als Mietwagen zugelassenen Fahrzeuge sogar gesunken ist und die Neuzulassungen fast gänzlich auf das Konto von Privatleuten geht. Entgegen der Hurra-Statistiken der Inselregierung weiß jeder, der im Tourismus arbeitet, dass wir in dem Sektor schwere Jahre vor uns haben. Leere Restaurants, weniger Mietwagen und verwaiste Ferienanlagen sprechen eine deutliche Sprache.



Sonntag 16.11.03 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Bevölkerungszahl wächst weiter an

Die kanarischen Inseln sind eine der wenigen europäischen Regionen mit einem Nettozuwachs der Bevölkerung über 3% jährlich. Neben den kanarischen Inseln sind das in Europa auch noch, die Balearen, Luxemburg, Flevoland (nicht Legoland) in den Niederlanden und Uusimaa (noch nie gehört) in Finnland. Im europäischen Durchschnitt gibt es ein Nettowachstum von nur einem Prozent und in den 10 neuen Mitgliedsstaaten sogar ein negatives Wachstum der Bevölkerung von –2,1%.

Auf den kanarischen Inseln ist der Zuwachs der Bevölkerung nicht nur eine Sache der Immigration, sondern auch selbstgemacht. Das heißt, hier werden mehr Menschen geboren als von uns gehen. Das ist in den meisten anderen europäischen Ländern nicht mehr so, da geht der Zuwachs voll und ganz auf das Konto der Zuwanderer. Allerdings sind auch die kanarischen Inseln nicht mehr weit davon entfernt, sich dem mitteleuropäischen Usus anzupassen. In drei bis vier Jahren rechnet man damit, dass dann auch hier reeller Wachstum nur noch mit Hilfe von Immigranten zu bewerkstelligen ist. Vielleicht hatte ja der Stromausfall vor zwei Wochen gar keine technischen Gründe, sondern strategische! Man weiß ja sehr gut, dass ein Stromausfall im richtigen Moment die Geburtenrate heftig ansteigen lässt.



Samstag 15.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Heiliger Bimbam II

Zu meiner Nachricht von gestern Morgen muss nun noch Eine dazu. Ich habe das für eine rührige, nette Anekdote angesehen, über die man mal eben so schreiben kann. Nun muss ich feststellen, dass selbst die Inselregierung fest an dem Plan arbeitet, einen Ignacio Azavedo und weitere 39 unbekannte Jesuiten als Heilige für die Insel gewinnen zu wollen. 40 Heilige auf einen Streich, das hat noch keine Region dieser Welt geschafft und ich hoffe sehr, dass nur dieser Rekordversuch der eigentliche Hintergrund ist.

Beim Bürgermeister von Tazacorte habe ich da so meine Zweifel, Ángel Pablo Rodríguez möchte sogar einen Themenpark um die Höhlen an den Hängen der Caldera errichten. Die Höhlen haben seinerzeit den Benahoaritas als Wohnstätte gedient, bis diese von den Portugiesen und Spaniern höflich aufgefordert wurden, woanders zu wohnen. Da seinerzeit die „Neue Heimat“ noch aus Sklavenschiffen bestand, musste auch niemand damit rechnen, dass der Wohnraum irgendwann wieder eingefordert wird.

Der unglaubliche Spagat, in einem Aufwasch die Benahoaritas, die Jesuiten und dann die Verfolgten des Bürgerkrieges gleichzeitig zu ehren, ist nicht zu begreifen. Das Ganze macht natürlich nur dann Sinn, wenn man 40 Heilige hat. Die Geschichte der Sieger ist überall. Vielleicht sollte man noch etwas progressiver werden und einen heiligen 40 Loch Golfplatz bauen, auf dem Katholiken nur die Hälfte bezahlen müssen. Bei jedem Birdie gibt es dann einen Ablass umsonst und weil es so schön ist, geben wir 39 Löchern des Golfplatzes Namen von Benahoaritas, weil wir die fehlende Jesuitennamen nicht wissen. Mein Gott, kümmer dich mal um deine Leute!



Freitag 14.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 29 Grad, Niederschlag: 0 mm

30 Grad und Sonnenschein

Nein, ich will Sie nicht ärgern, vielleicht ein bisschen, aber das würde ich nie zugeben. Eine Strömung aus Südost beschert uns diesen „Sommer im November“. Wir nennen das „Calima“. Wer nicht weiß was Calima ist, der soll den Begriff man in unsere interne Suchmaschine eingeben, wir haben es mehr als einmal erklärt – y basta. Irgendwie passt das dieses Jahr zum Wetter im Aridanetal, kaum Regen und nur ganz selten was für warme Socken. Die letzten drei Tage hatten wir heftige Niederschläge im Osten der Insel und wir sind wieder ganz leer ausgegangen.

Eine Bauernregel habe ich für so was nicht zur Hand und meine alten Männer die ich frage, kratzen sich verlegen am Hinterkopf und meinen, das ist halt so. Unserer Erfahrung nach, also nicht nach dem Wissen alter Männer, kommt nach Calima im Winter immer Regen. Sollte das dieses mal auch wieder klappen, dann wäre es aber aller höchste Eisenbahn für das Aridanetal. Sicher sagen mir dann die alten Stadtmöbel (Bänke mitsamt den darauf sitzenden Rentnern ab 70 Jahren) aus El Paso wieder, „Ich hab´s doch gleich gesagt!“ Nichts da, die wissen genauso wenig wie wir, die sieben verschiedenen Wetterberichte auswerten und einen Achten schreiben. Aber die Alten dürfen das hier und nächstes Mal werde ich sie auch wieder nach dem Wetter befragen. Das ist hier schon ein guter Fleck um alt zu werden, ich werde mir aber noch eine ganze Weile die Vorfreude darauf gönnen.



Freitag 14.11.03 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Heiliger Bimbam

Es wurde kein Huhn in Tijarafe überfahren und das neue Hotel ist auch noch nicht fertig, so kann man sich mal um die richtig wichtigen Dinge dieser Insel kümmern. Am 15. Juli 1570 wurden Ignazio Azavedo und seine 39 jesuitischen Begleiter auf Ihrem Weg das Kreuz nach Brasilien zu tragen vor der Küste Tazacortes von französischen Piraten getötet. (Gut, dass Ignazio Azavedo nicht 40 Kumpel bei sich hatte, dann wäre der Vergleich mit Ali Baba noch näher, denn was die Jesuiten in Südamerika wollten, das weiß heute jeder.)

Im Jahre 1742 erklärte nun Papst Benedikt XIV die 40 Reisenden zu Märtyrern. Dann dauerte es noch mal bis 1862 bis Papst Pius IX, die vor der Küste Tazacortes gefallenen Jesuiten, selig sprach. Auf die weitere kirchliche Karriere warten die 40 bis heute, denn man verweigert ihnen nach wie vor die Heiligsprechung, dem astralen Höhepunkt eines jeden Jesuiten. Manchmal frage ich mich, warum können die nicht alle ganz normal Kinder kriegen und arbeiten gehen, da gibt es täglich hundert Momente von Märtyrertum und Höhepunkten. Aber es geht ja um höhere Dinge und dazu bin ich halt noch nicht tot genug.

Nun will man hier aber nun endlich diese 40 wackeren Gotteskrieger nicht nur selig, sondern auch heilig wissen. Die Antwort (per Email) des Chefpostulanten Paolo Molinari (das kann doch nur ein Italiener sein) ist aber ernüchternd. Erst müssen die Vierzig ein Wunder vollbringen, dann erst kann die Heiligsprechungen stattfinden. Man denke da so an eine Wunderheilung, für die es keine medizinische Erklärung gibt. Nun machen es die Ärzte inzwischen der katholischen Kirche sehr schwer, man kann ja inzwischen fast alles heilen. Dann muss Tazacorte wohl noch weitere Jahrhunderte auf seinen Heiligen warten. Obwohl es in Tazacorte einen großen Spielraum für Wunder gibt, ich würde die Vierzig sofort heilig sprechen, wenn das Meerwasserschwimmbecken plötzlich fertig wäre, oder wenn die erste Fähre im Hafen von Tazacorte anlegt. Na ja, dann doch vielleicht lieber auf eine Wunderheilung warten...



Donnerstag 13.11.03 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Viel Schwein gehabt

Der Inselschlachthof oberhalb von El Paso gibt für die ersten 10 Monate dieses Jahres ein Plus von 23,5% an, gegenüber dem gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Den Löwenanteil der Steigerung geht, im wahrsten Sinne des Wortes auf das Schwein. Waren es im Jahr 2002 noch 3.870 Tiere, so wurden in diesem Jahr bereits 5.215 auf den sehr einseitigen Weg geschickt. Bei Rindern und Schafen waren die Steigerungen nicht so gewaltig, legten aber dennoch um fast 8% zu.

Hintergrund dieser beachtlichen Mehrarbeit ist das veränderte Verbraucherverhalten. Natürlich sind die Fleischskandale der letzten Jahre auch an La Palma nicht spurlos vorübergegangen und wem traut man dann eher, dem Importfleisch, oder der guten, alten hiesigen Sau. Aber auch die Supermärkte sind an dieser Entwicklung schuld. Um Personalkosten zu sparen stehen hinter den Fleischtheken unausgebildete Leute, die einem das dort ausgelegte Importfleisch nicht gerade näher bringen. Das hat ein Wiederaufleben kleinerer Metzgereien ermöglicht, die ausschließlich hiesiges Fleisch anbieten und eben auch in entsprechender Form. Die Palmeros haben schnell gelernt und ohne Panikmache. Wenn das billige Importschwein aus dem Supermarkt nicht schmeckt, dann essen wir halt wieder unsere eigenen Schweine. Da weiß man wenigstens, was man hat.



Donnerstag 13.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Gedränge vor dem Operationssaal

Die Anzahl der Leute, die auf einen chirurgischen Eingriff im Inselkrankenhaus warten, hat sich innerhalb eines halben Jahres von etwa 900 auf nun 1.269 erhöht. Davon werden wohl 819 noch innerhalb der nächsten 6 Monate operiert und die anderen haben noch länger auf der Warteliste zu sitzen. Die Managerin des Krankenhauses Ángela Sosa sieht darin noch keine alarmierende Entwicklung, nach den Sommerferien vergrößert sich die Zahl der Wartenden immer.

Ein weiterer Punkt der zu diesem Anstieg der Wartenden geführt hat, ist die Tatsache, dass die medizinischen Geräte für Augenoperationen noch nicht einsatzbereit sind, man aber diese Fälle bereits auf die Warteliste gesetzt hat. Bislang wurden diese Operationen auf Tenerife durchgeführt. Ganz wichtig ist dabei zu erwähnen, dass sich die Warteliste nicht auf dringende Operationen ausdehnt, oder gar Notfälle. Diese werden sofort behandelt, oder mit dem Helikopter nach Tenerife geflogen. Viele Ärzte sind der Meinung, dass sich in den letzten Jahren eine Einstellung durchgesetzt hat, alles zu operieren, was nur irgendwie geht. Der medizinische Fortschritt lässt heute viel mehr Operationen zu, als noch vor ein paar Jahren. Na gut, ich werde dann auch mal fragen, ob ich nicht meine Schweißfüße Größe 47 gegen etwas Vernünftiges austauschen kann.



Mittwoch 12.11.03 17.30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm

Prähispanische Fundstätten von „El Tendal“ werden hergerichtet

Im „Barranco del Agua“ bei Los Sauces befindet sich eine der frühesten Siedlungsstätten der Ureinwohner La Palmas. Man fand dort eine Wohnhöhle mit einigen Gerätschaften, die man nach der Umgebung, „El Tendal“ benannte. Nun macht die Inselregierung an die 550.000,- Euro locker, für die Sanierung der Fundstätte und das Errichten eines Besucherzentrums. Man will die verfallenen Höhleneinrichtungen wieder herstellen, um dem Betrachter ein einfacheres Bild vom Alltag unserer Ureinwohner zu geben.

Das Besucherzentrum soll ein kleines Museum erhalten, wo man mehr über die „Benahoaritas“ erfahren kann. Parkplätze, ein kleiner Lehrpfad und sanitäre Anlagen kommen auch noch dazu, dann ist die halbe Million Euro auch schon wieder weg und ein weiterer netter Nachmittag für unsere Gäste gesichert. Es ist übrigens kein rein spanisches Phänomen, dass man einpaar hundert Jahre später wieder an seine Geschichte heran will, die man zuerst gründlich weggeräumt hat. Fein finde ich noch die Worte unseres weisen Inselpräsidenten, dem es sicher nicht einfach gefallen ist, 550.000 Euro für Kultur locker zu machen. (Die könnten später beim Golfplatz fehlen). Bei der Präsentation des Projektes ließ er sich zu den Worten hinreißen : Man will damit dem Besucher entgegenkommen, der an der kulturellen und natürlichen Geschichte dieser Insel interessiert ist. Potz Blitz, nun doch wieder Kultur und Natur und kein Wort von „All Inclusive“.



> Mittwoch 12.11.03 08.30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Hauptstadt braucht Geld

Wie fast alle Städte ist auch die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma mit einem Defizit aus dem alten Haushaltsjahr gegangen. 1,4 Millionen Euro war dieser Fehlbetrag groß und rührt hauptsächlich daher, dass man mit höheren Einnahmen gerechnet hatte. Durch den Verkauf von Ladenlokalen erhoffte man sich an die 2 Millionen für den Stadtsäckel, aber wer soll denn die Lokale kaufen, wenn es bereits genügend gibt.

Nun muss anderswo mehr Geld her und das geschieht auf dem üblichen europäischen Weg, die Gebühren werden erhöht. Dokumente und Lizenzen werden um 3% teurer, Müll und Wasser um 5%. Für Cafes und Kioske wird es noch teurer, die sollen 10% mehr dafür bezahlen, damit diese ihre Stühle und Tische weiterhin auf öffentlichem Gelände aufstellen können. Geld sparen wiederum kann man mit bargeldlosem Zahlungsverkehr. Wer seine kommunalen Gebühren per Lastschrift von seinem Konto abbuchen lässt, der erhält einen Bonus von 5%. Wer zu den fälligen Terminen die Schlangen vor den öffentlichen Kassen kennt, der hat das zwar längst gemacht, aber viele lassen sich mit den Zahlungen dermaßen viel Zeit, dass ein Rabatt von 5% allemal drin ist, wenn das Geld damit pünktlich auf den Konten der Stadt ist.



Dienstag 11.11.03 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Haushaltsgeld

Das kanarische statistische Institut hat eine neue interessante These aufgestellt, welche die Preisunterschiede auf den einzelnen Kanareninseln besser widerspiegeln sollen als bislang. Der Vergleich ging über 2 Monate und 209 Produkte des täglichen Einkaufes wurden unter die Lupe genommen. Aus dann ermittelten 17.700 Preisen kam ein wiederum gar nicht so überraschendes Ergebnis heraus. Gran Canaria ist die billigste Insel, gefolgt von Tenerife und La Palma. La Gomera wurde als teuerste Insel entlarvt, gefolgt von El Hierro. Lanzarote und Fuerteventura sind etwa Durchschnitt.

Was nun neu ist an der Preiserhebung; Im Unterschied zu den sonst laufenden Umfragen hat man eine viel größere Zahl von Läden besucht. Man hat nur Produkte ausgesucht, die auf allen Inseln identisch waren, also nicht nur 1 Kilo Mehl, sondern 1 Kilo Mehl von dem und dem Hersteller. Dann hat man völlig darauf verzichtet Obst und Gemüse mit in die Kalkulationen aufzunehmen, da auf diesem Sektor die Preise extrem stark variieren. So kosten Bananen auf Lanzarote z.B. das dreifache als auf La Palma, wir müssen wiederum das doppelte für Tomaten bezahlen, als die Leute aus Tenerife. Letzter Punkt, man hat darauf geachtet, dass bei den Produkten keine Sonderpreise oder Rabatte mit in die Wertung eingeflossen sind.

Nun will man noch weitergehen und diese Statistik noch verfeinern. Die präzisen Rechner des statistischen Amtes haben nämlich auch erkannt, dass eine Familie im Monat bestimmt 20 Liter Milch konsumiert, aber nur ein Päckchen Salz und jedes dieser Liter Milch auch noch mehr kostet als das eine Päckchen Salz. Ich frage mich aber nun, wie man den kanarischen Durchschnittsverbraucher ermitteln will um dann wieder hochzurechnen. Gut, das ist nicht meine Arbeit und ich glaube allen Statistiken sofort. Sie kennen doch die Statistik die aussagt, dass die Scheidungsrate bei katholischen Geistlichen ungleich niedriger ist als bei ihren protestantischen Kollegen, oder?



Dienstag 11.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Mar de fondo

Grundsee nennt man das auf deutsch und wenn diese aus Nord-West kommt, dann fürchtet man diese auf La Palma besonders. Trotz Windstille landen dann Wellen von bis zu 10 Metern an der Westküste der Insel und es ist schon ein bisschen unheimlich, wenn diese Brecher dann an der Kaimauer landen und diese erzittern lassen. Grundsee entsteht in tausenden von Kilometern Entfernung und pflügt dann ungebremst durch den Atlantik bis an unsere Küsten.

In Tazacorte heißt das jedes Mal für die Restaurantbesitzer, Stühle und Tische von der Promenade nehmen, sonst müssen diese später wieder ausgebuddelt werden. Der neue Wellenbrecher vor dem Strand in Tazacorte kann nur ein kleines Stückchen Bucht schützen. Der Rest des Strandes ist dann hilflos den Naturgewalten ausgeliefert. In der Nacht von Freitag zu Samstag wurde der Höhepunkt erreicht, mit Wellen etwas über 6 Metern Höhe. Nun ist die Brandung wieder am abklingen und den Sand den die Wellen auf die Promenade gespült hat, hat man auch schon wieder an seinen Platz gebracht. Außer Arbeit für Gemeinde und Anwohner ist aber nichts passiert. Die Vorhersagen, wie hoch denn nun die Wellen tatsächlich werden, wenn sie an Land brechen sind schwer. Wir erinnern uns noch gut an den April dieses Jahres, da zerstörten Wellen von etwas mehr als 9 Metern Höhe große Teile des Meerwasserschwimmbeckens La Fajana.



Montag 10.11.03 13:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

La Palma hat noch keine Probleme mit seinen Küstengewässern

Das ist die Aussage des Meeresbiologen Ricardo Haroun der sich anlässlich der Ausstellung „Canarias por una costa viva“ gerade auf La Palma aufhält. Im halbjährigen Abstand werden an 20 Stellen rund um die Insel Wasserproben entnommen und auf Gran Canaria untersucht. Die Untersuchungen sind sehr aufwendig und komplex. Es werden kontrolliert, die Temperatur, der PH-Wert, Sauerstoffgehalt, Salzgehalt, gelöste Schwebstoffe, Metalle und an die 20 weitere Posten, die ich als Nichtbiologe kaum übersetzen kann.

Demnach hat La Palma noch keine Probleme an seinen Küsten. Ricardo Haroun drückt das so aus: „La Palma ist nicht nur an der Oberfläche schön, sondern auch unter Wasser“. Das hört man gerne. Gleichzeitig warnt er aber vor ungehemmter Ausbreitung des Tourismus, der stärker als zuvor angenommen die Küstengewässer belastet. Seine Erfahrungen mit Tenerife und Gran Canaria sind da sehr nützlich und wenn wir pfiffig sind, dann lernen wir daraus.



Montag 10.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Kollegiale Grüße aus Martinique

Martinique gehört, wie auch Madeira und die Kanaren zu den europäischen Bananenproduzenten und dort findet ein Kongress statt, wie es denn mit den europäischen Bananen in Zukunft weitergehen kann. Positiv lässt sich raushören, dass auch nach 2006 auf jeden Fall die EU ihre Bananenbauern nicht im Stich lassen will. Das ist wichtig, denn im Jahr 2006 findet eine Liberalisierung statt und dann dürfen Bananen aus Südamerika auch auf dem spanischen Festland ohne Mengenbegrenzung eingeführt werden.

Darauf muss man sich jetzt vorbereiten um dieser neuen Aufgabe auch gerecht zu werden. Ohne Subventionen wird es auch weiterhin nicht gehen, dazu sind die Preisunterschiede viel zu groß. In Mittelamerika produziert man Bananen deutlich billiger als auf den Kanaren. Das Lohnniveau liegt entscheidend unter unserem, aber auch die Anbauflächen und Methoden machen die Produktion der gelben Früchte dort unschlagbar billig. Der längere Frachtweg fällt kaum ins Gewicht, daraus lässt sich für die europäische Banane kein Vorteil erzielen.

Nun will man auf Qualität und Ökologie setzen, das sind die Nischen die uns die Dollarbanane überlässt. Ohne bereits einen Beschluss gefasst zu haben tendieren die Meinungen der Fachleute dazu, die Subventionen ab 2006 an Bedingungen zu knüpfen die ökologisch produzierte Bananen klar bevorteilen. Das ist eine riesige Chance, besonders für La Palma. Bleibt nur zu hoffen, dass die Verbraucher dann auch bereit sind dieses Produkt zu honorieren und für Qualität auch etwas mehr Geld ausgeben. Geiz ist nicht geil, Geiz ist einfach nur dumm!



Sonntag 09.11.03 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Kalte Nächte, heiße Tage und warum es nette Straßenlaternen gibt

Heute Nacht waren es bei uns lediglich 14 Grad. Das sind Temperaturen die uns erzittern lassen und selbst der Wirt aus der „Abuela“ hatte ein Einsehen mit uns und die hochtechnisierte Klimaanlage auf „heizen“ gestellt. Irgendwie muss man ja die Zeit bis zur Mondfinsternis überbrücken und wo macht man das am Besten? Richtig, heißes Kaninchen und kaltes Bier und jede Menge netter Leute um sich. Die Webcam auf dem Roque de los Muchachos war wohl nicht erreichbar, weil viel zu viele Leute dieses Angebot nutzen wollten. Bei uns öffnete sich immer eine Fehlermeldung die eine Überlastung anzeigte, try again later...

Gerade weil es heute Nacht so kalt war, hatten wir so klare Luft, dass der Mond zum greifen nahe schien. Zumindest hatten wir das Gefühl, nach 5 Stunden in der Kneipe, dass man nur die Hand ausstrecken müsste, um den Trabanten zu berühren. Natürlich haben wir auch Photos gemacht, aber nach erster Sichtung sind nur die Photos von den netten Leuten und dem Kaninchen was geworden und die Mondfinsternis erscheint als kleiner, heller Punkt mit unendlich viel Schwarz herum. Oder haben wir eine Straßenlaterne photographiert weil die näher war und sogar in die Kamera gelächelt hat? Ich weiß es nicht mehr so genau, was wir da photographiert haben, ich weiß aber noch, dass ich mit vielen netten Leuten einen hervorragenden Grund hatte, erst spät nach Hause zu gehen.



Samstag 08.11.03 16:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 1 mm

Risse in den Gebäuden machen den Anwohnern Angst

Beim Bau der Tiefgarage in Santa Cruz de La Palma wird schweres Gerät benutzt, anders kann man den Basaltboden nicht aufbrechen. Anfänglich beklagten die Anwohner nur den Krach und die Erschütterungen. Nun sind an dem Hochhauskomplex „Tinabana“ an die 25 Risse aufgetaucht. Die Bauaufsichtsbehörde untersucht nun die Risse und will feststellen, welche neuerer Natur sind und ob sich diese weiter öffnen.

Die Baufirma Fuente Olén S.L. beteuert weiterhin, dass alles hundertmal überprüft wurde und dass man sich bei den Bauarbeiten ganz genau an die Sicherheitsvorschriften hält. Zu den Rissen in dem Gebäude hat man sich nicht direkt geäußert, sondern verweist auf die Absegnung der Pläne durch die Ingenieurskammer. Bis zur Fertigstellung der Tiefgarage werden noch 24 Monate vergehen, allerdings sind nur für die ersten drei Monate die schweren Maschinen am Werk um den Aushub zu tätigen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Ingenieure alles richtig berechnet haben und die Anwohner wieder beruhigt schlafen können.

Nicht vergessen, heute Abend Mondfinsternis! Wenn Sie in der ersten Reihe sitzen wollen, dann schauen Sie mal auf diese Seite. Dort klicken Sie dann auf „Observatorio Roque de los Muchachos“. Allerdings benötigen Sie einen Flash Player! Ab 22.00 Uhr soll es losgehen und die totale Finsternis beginnt um 01:06 Uhr und wird 25 Minuten dauern. Die genannten Zeiten sind Ortszeit kanarische Inseln, in Deutschland also um 02:06 Uhr.



Samstag 08.11.03 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Eiertanz um die Stromversorgung geht weiter

Große Beunruhigung herrscht seit etwa drei Monaten bei den geistigern Vätern des industriellen und touristischen Aufschwungs auf La Palma. Der vor Jahren privatisierte Stromerzeuger UNELCO-ENDESA will nicht so wie wir es wollen und setzt ganz klare ökonomische Gedanken vor surreale Zukunftsträume. Die Aussage der UNELCO ist ganz simpel: Schaut erst mal, was ihr von euren Plänen verwirklichen könnt, dann sorgen wir für den notwendigen Strom.

Die gesamte Legislative der Insel, Regierungsparteien wie Opposition sahen sich nun gezwungen ein Papier aufzusetzen, in dem der Stromversorger aufgefordert wird, die zukünftige Versorgung La Palmas mit elektrischer Energie zu garantieren. Dieses Papier ist zwar unsinnig, denn die UNELCO hat sich bei der Privatisierung eh dazu verpflichtet, aber irgendwas muss man ja tun, dazu ist man doch Politiker. Am meisten stört , dass mögliche Investoren abgehalten werden könnten auf La Palma ihr Geld auszugeben, wenn das mit der Stromversorgung nicht hinreichend geklärt ist. Da zeigt sich wieder mal die besondere Situation einer Insel, wir können nicht einfach woanders unseren Strom kaufen wenn uns der bisherige Lieferant nicht mehr passt. Eine Insel ist was Feines, aber überall wo man lang läuft, stößt man auf die gleichen Grenzen.



Freitag 07.11.03 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

Bebo Valdés: Auf La Palma fühle ich mich wie zu Hause

Bebo Valdés, der legendäre kubanische Pianist tritt heute Abend zusammen mit dem fast 50 Jahre jüngeren Sänger Diego „El Cigala“ im Convento San Francisco auf. Die beiden geben eine Kostprobe ihrer letzten gemeinsamen CD mit dem Titel Lagrimas Negras - Schwarze Tränen. Tränen wird es bei manchen geben, die das Konzert noch besuchen wollen, aber keine Karten mehr bekommen, es ist längst ausverkauft.

Bebo Vadés ist nicht das erste Mal auf La Palma und hat bereits früher hier seinen berühmten „Jazz Latino“ einem interessierten Publikum präsentiert. Die Inselregierung selbst und eine regionale Sparkasse sind die Promotoren des Besuches der beiden weltbekannten Musiker. So gab es auch brav eine Pressekonferenz, wo sich der Inselpräsident mit den Beiden fotografieren lassen durfte. Aus Bebo Valdés Mund hörte man dann den Satz, auf La Palma fühle ich mich wie zu Hause und wurde von Diego „El Cigala“ noch übertroffen, der La Palma als die schönste Insel bezeichnet, die er gesehen hat. So haben wir das gerne...



Freitag 07.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 4 mm

Wissenschaftler sind zufrieden mit der marinen Schutzzone im Süden

Vor etwa 2 Jahren hat man weite Teile der Küste bei Fuencaliente und das dazugehörende Meeresgebiet zur Schutzzone erklärt. Es darf dort weder gefischt werden, noch Abwässer ins Meer gelangen. Der Biologieprofessor Ricardo Haroun von der Universität Las Palmas hat sich fast überrascht geäußert, wie schnell das Ökosystem positiv auf die Schutzmaßnahmen reagiert hat. Ricardo Haroun besucht La Palma anlässlich der Ausstellung "Canarias, por costa viva" (Kanaren für eine lebende Küste) die im Casa Massieu in Santa Cruz bis zum 24. November stattfindet. Ziel der Wanderausstellung ist es, die Bevölkerung für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Schön! Dazu, dass man ein 1.250 Betten Hotel in die marine Schutzzone baut, darüber wird wohl nicht gesprochen werden. Schade!

Überraschend hat es gestern Nacht leicht geregnet. Eigentlich hatte man erst zum Wochenende hin mit Niederschlag gerechnet. Die Kanaren befinden sich am Rande eines Tiefdruckgebietes, welches nördlich von Portugal liegt. Wie viel wir davon abbekommen werden ist noch nicht raus. Sollte die augenblickliche Windrichtung Nord-West anhalten, dann könnten wir bald mit ergiebigen Niederschlägen rechnen. Bislang sind im Aridanetal ganze 30 mm Regen gefallen, das stimmt den Landwirt noch nicht glücklich.



Donnerstag 06.11.03  19:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

La Gomera wieder ohne Busverkehr

Die Angestellten des öffentlichen Busverkehres haben nun erneut die Arbeit niedergelegt. Laut dem Sprecher der Gewerkschaft welche die Busfahrer vertritt, hat die Firma „Servicio Regular Gomera S.L.“ keine der Bedingungen erfüllt, die seit dem letzten Streik vereinbart wurden. Zur Erinnerung, im September hatten die Busfahrer auf La Gomera vom 17.9. – 26.9. bereits gestreikt und nach Zusagen der Betreiberfirma diesen wieder ausgesetzt.

Natürlich ist streiken in diesen Zeiten kein populäres Mittel mehr und man muss sich das mal vorstellen, es gibt als einzigen öffentlichen Nahverkehr auf La Gomera nur Busse. Diese stehen nun wieder in den Depots und nichts bewegt sich mehr. Hintergrund der Unzufriedenheit der Busfahrer war allerdings die fehlende Aussage der Regierungspartei, ob nun die privatisierte Busgesellschaft Subventionen erhalten hat, oder nicht. Leider hält sich die Inselregierung La Gomeras an das CSU Prinzip: „Ausschwitzen“. So was läuft halt nur in Bayern, aber nicht auf den Kanaren.



Donnerstag 06.11.03 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zementverbrauch als Wachstumsindikator

Das ist ein ganz simpler aber sicherlich zutreffender Anzeiger, in welche Richtung das Wachstum einer Region geht. Nun haben wir ja auf La Palma das Glück ganz genau zu wissen, wie viel Zement wir gekauft haben. Alles wird über den einen Hafen abgewickelt und da wird penibel genau Buch geführt.

Zwar hat sich der Zementverbrauch im Jahr 2003 gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2002 leicht erholt, aber im Vergleich zu 2001 hinkt der Verbrauch gewaltig hinterher. Die Zahlen, immer von Januar bis September: 2001 = 68.000 Tonnen, 2002 = 56.000 Tonnen, 2003 = 59.000 Tonnen. Nun darf man aber nicht gleich Hurra rufen, es geht wieder bergauf. In den Zahlen von 2003 sind die beiden großen Baustellen, das Hotel in Fuencaliente und die größte Bogenbrücke Spaniens bei Los Sauces dabei. So bleibt unter dem Strich ein für die Wachtumsfanatiker trauriger weiterer Rückgang der Bautätigkeit. Für die anderen wächst die Hoffnung, dass die grüne Insel nun doch nicht zugebaut wird.



Mittwoch 05.11.03 16:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm

Europäische Woche der Wissenschaft und Technik auf La Palma

Dieses Jahr wurde die Astronomie als Thema gewählt, um dem 250 Jahrestages des ersten spanischen Observatoriums bei Cádiz zu würdigen. Auf La Palma leitet das IAC, das kanarische astrophysikalische Institut diese Wissenschaftswoche. Aufgeteilt sind die Veranstaltungen für die ersten beiden Tage auf Santa Cruz im ehemaligen Kloster San Francisco und ab Donnerstag bis Freitag finden die Ausstellungen im Casa Massieu in Los Llanos statt.

Höhepunkt ist allerdings Samstag Nacht, da will man gemeinsam und mit Hilfe der „Agrupación Astronómica de La Palma“ eine Mondfinsternis beobachten. Clou der ganzen Geschichte ist eine Live-Übertragung der Mondfinsternis via Internet. Unter http://www.iac.es können Sie mit dabei sein, ohne nach La Palma kommen zu müssen. Unter der gleichen Adresse erfahren Sie auch genau, wann und wo welche Veranstaltungen stattfinden. Da wird immer gemeckert, das IAC tut nichts für die Öffentlichkeit und sei ein verschwiegener Geheimbund von eigenbrötlerischen Sterneguckern. Dieses Mal sind wir live dabei und können nur hoffen, dass es in Zukunft noch mehr Kontakt zwischen der wissenschaftlichen Arbeit die auf der Insel gemacht wird und der Bevölkerung selbst gibt. Dann erübrigt sich auch jegliche Polemik, was denn nun eigentlich die ganzen Observatorien für uns auf La Palma bringen.



Mittwoch 05.11.03 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

43 Flüchtlinge auf El Hierro gelandet

Es ist noch nicht ganz klar, ob das eine neue Taktik der Schleuser darstellen soll, oder ob El Hierro eher das zufällige Ziel der Flüchtlinge war. El Hierro ist die kleinste der Kanaren und auch am weitesten weg vom afrikanischen Festland, so ist es extrem selten, dass dort die Schleuser ihre menschliche Fracht abladen. Man vermutet eher, dass das Fischerboot wohl angesichts der starken Überwachung der nördlichen Inseln keine Chance sah, dort ungeschoren die armen Leute aus dem Boot zu bekommen und so nach El Hierro ausgewichen ist. Dieses mal verwendete man kein „Wegwerfboot“ sondern die 43 Flüchtlinge aus Sahara und Mauretanien wurde mit einem Kutter vor dem Strand bei Tacorón ausgesetzt.

Die Chance auf einer kleinen Insel wie El Hierro unbemerkt zu bleiben ist gleich Null. Es dauerte so auch nur ein paar Stunden, bis die Guardia Civil alle 43 Flüchtlinge eingesammelt hatte. Außerdem hat El Hierro weder einen internationalen Flughafen, noch einen Hafen aus dem Schiffe direkt nach Europa verkehren. Den Schleusern ist so etwas natürlich egal, Hauptsache sie haben ihre 5.000 Dollar eingesteckt und werden nicht erwischt. Auf La Palma sind bislang noch keine Flüchtlinge gelandet man wird aber nach dem Vorfall von El Hierro die Radaranlagen nachts noch besser im Auge behalten.



Dienstag 04.11.03 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Mit dem Flugzeug zum Arzt

Das ist Realität für bis zu 19.000 Palmeros jedes Jahr, die zu einer ärztlichen Behandlung nach Tenerife fliegen müssen. Niemand kann vom Inselkrankenhaus erwarten, alle Spezialisten für alle Krankheitsfälle im Haus zu haben. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass für 85.000 Einwohner auch in Deutschland kein Krankenhaus mit allen Abteilungen gebaut wird. Sicherlich wäre es praktischer, den einen oder anderen Spezialisten mehr auf der Insel zu haben, aber das ist Sache des „Servicio Canario de Salud“.

Die notwendigen Flüge der Patienten werden vom Servicio Canario de Salud auch bezahlt, allerdings sehr, sehr zögerlich. Der Patient bekommt davon nichts mit, aber das Reisebüro welches den Flug bucht und auch gleich bei der Fluggesellschaft bezahlen muss. Besonders schleppend wird immer gegen Ende des Jahres bezahlt, weil dann der hiesige Träger des Gesundheitssystems plötzlich feststellt, dass der Haushaltsplan wieder mal nicht ausreicht, die Flüge zu bezahlen. Für die kleinen Reisebüros kann das sogar gefährlich werden. Wer drei und mehr Monate auf die Zahlungen warten muss, der braucht einen langen Atem. Nach Auskunft der Reisebüros La Palmas steht man in permanenter Vorleistung von um die 210.000 Euro. Die Reisebüros wollen nun nicht länger Kreditgeber für die Gesundheitskasse sein und fordern von der Inselregierung Druck auf die Krankenkasse auszuüben, mal einen vernünftigen Haushaltsplan zu erstellen.



Dienstag 04.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Unbedeutende Nacharbeiten

Der neue Tunnel ist seit dem 4. Mai dieses Jahres in Betrieb, aber erst jetzt sind die sieben Fluchträume die im Brandfall Schutz geben sollen geöffnet worden. Die vollisolierten Kammern waren zwar von Anfang an fertig, aber das Belüftungssystem funktionierte noch nicht. Gut, dass wir das erst jetzt erfahren, ich hätte mir doch glattweg Sorgen gemacht und bin den Leuten echt dankbar, dass man mir meinen unerschütterlichen Glauben an moderne Technik nicht wegen solcher Kleinigkeiten nimmt.

Aber was rege ich mich auf, es ist alles gut gegangen und es geht immer alles gut auf dieser Insel. Das führt uns manchmal in arge Versuchung, Technik mit Gottvertrauen aufzufüllen, aber was soll uns schon passieren, wir sind doch auf der „Isla Afortunada“ der glücklichen Insel. Wer da mit erhobenem Zeigefinger rumrennt und Sicherheitsformeln predigt, der soll mal gucken, wie weit er damit kommt. Was sollen diese lächerlichen grün-gelben Kabel die bei mir aus der Steckdose kommen, Erdung ist was für Weicheier und außerdem funktioniert das auch so. Also weg mit der verwirrenden dritten Strippe, dann fliegt die Sicherung nicht mehr so oft raus. Schutzengel sind auch nicht blöde und viele von denen haben sich wohl La Palma als Basislager ausgesucht, was soll dann der Quatsch mit Schutzräumen im Tunnel?



Montag 03.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Bananen für Deutschland

Die „ASPROCAN“ (Asociación de Productores y Exportadores de Plátano) unternimmt einen neuen Versuch um auf dem mitteleuropäischen Markt Fuß zu fassen. Diese Dachorganisation der Produzenten und Exporteure der kanarischen Banane baut da zuerst auf den deutschen Markt. Einmal ist vom Konsum her Deutschland die Bananenrepublik Nummer eins und auch traut man den Deutschen am ehesten zu, den Unterschied zwischen den strohigen Dollarbananen und der köstlichen kleinen Gelben aus Makaronesien zu erkennen.

Was dann ein Kilo „Onkel Canari“ in Deutschland kosten wird, das ist noch nicht raus. Da soll die spanische Handelsvertretung in Deutschland noch Marktforschung betreiben. Eigentlich bleibt wenig Zeit für die Auswertung von Umfragen, denn bereits Januar will man mit dem Export beginnen. Werbekampagnen sollen Verbraucher wie Importeure auf unsere kleinen Früchtchen aufmerksam machen. Bislang haben mir fast alle Gäste gesagt, sie würden sofort kanarische Bananen kaufen, erhalten diese aber nicht in den gängigen Läden. Nun wird es bald die Möglichkeit geben für Sie, die guten Vorsätze auch umzusetzen.

Manchmal habe ich einen Traum: Wir produzieren hier ordentliche Bananen mit einem kontrollierten Minimum an Pflanzenschutz, exportieren diese frisch und schnell nach Mitteleuropa. Dort gibt es viele fröhliche Gesichter, weil es nun leckere Bananen gibt. Hier gibt es viele fröhliche Bananenbauern, weil die Käufer in Mitteleuropa bereit sind, für ein gutes Produkt mehr zu bezahlen, als für die Massenproduktion aus Südamerika. Die Finanzminister sind dann auch fröhlich, weil man nun die Bananen nicht mehr subventionieren muss. Und wenn man schon träumt, dann richtig, die Amerikaner sind dann auch fröhlich, weil nun die Europäer ihnen die Bananen nicht mehr wegessen, sondern sie nun selber essen müssen.



Montag 03.11.03 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm

Israelische Entwicklungshelfer auf La Palma

Die Wassergesellschaften von Argual und Tazacorte werden mit Hilfe zweier Techniker aus Israel die Arbeiten an den Bewässerungen für die Bananenplantagen abschließen. Israel ist führend in Technologien von Pflanzenbewässerungsanlagen und hat somit das Rennen gemacht vor Angeboten französischer und italienischer Firmen. Ziel ist es, Wasser zu sparen und die vollständige Automatisierung der Bewässerung in der Region Argual und Tazacorte.

Seit zwei Jahren arbeitet man an diesen ehrgeizigen Plänen und hat an die 18 Millionen Euro in dieses Projekt gesteckt. Wenn alles richtig funktioniert, dann brauchen die Landwirte sich überhaupt nicht mehr um die Bewässerung kümmern. Das übernimmt dann der Kollege Computer. Berechnungen geben Anlass zu Hoffnung mit diesem System bis zu 25% Wasser sparen zu können. Darüber hinaus wird bei ergiebigen Regenfällen das zulaufende Wasser des Bewässerungssystems in das große Rückhaltebecken von Dos Palmas geleitet. Früher lief dieses Wasser ungenutzt ins Meer. Bei so viel ausgefeilter Technik kann man nun hoffen, dass man uns noch lange Zeit Bananen anbauen lässt, sonst läuft mehr als Wasser in den Atlantik und das wäre schade.



Sonntag 02.11.03 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Ab Morgen beginnt der Winterflugplan

Nun müssen alle die im Tourismus arbeiten wieder umdenken, denn der Winterflugplan macht auch den Montag wieder zum Arbeitstag. Es gibt keine großen Überraschungen im Flugplan außer vielleicht, dass die LTU nun auch am Donnerstag einen Gabelflug nach La Palma einsetzt. Neu hinzugekommen ist bei der LTU Köln, welches immer als Stiefkind neben dem großen Flughafen Düsseldorf galt. Insgesamt gibt es wöchentlich nun 58 mögliche Verbindungen aus Deutschland nach La Palma in der Woche. Neben der LTU fliegen die Thomas Cook, Air Berlin und Hapag Lloyd die Insel La Palma an.

Das heißt aber nicht, dass uns 58 Flugzeuge aus Deutschland in der Woche anfliegen, die Großzahl der Verbindungen sind Gabelflüge. Das heißt nicht, dass man im Flugzeug lediglich eine Gabel zum Essen bekommt, sondern mit einer Zwischenlandung noch in Deutschland rechnen muss. Die tatsächliche Anzahl der Flieger aus Deutschland die im Winter pro Woche zu uns kommen ist 19. Dazu kommen zwei aus Holland, einer aus der Schweiz und vorerst einer aus Manchester und einer aus Belgien. Der Hauptanreisetag ist Donnerstag, da kommen alleine 10 Charter aus Deutschland.

So ein Charterflugplan ist auch nichts statisches, der ändert sich noch in der Saison. Bei weniger Verkehrsaufkommen ist es ein beliebtes Spiel, zwei kanarische Inseln mit einem Flug zu bedienen. Die Fluggäste sind dann auch bedient, das verlängert einen Flug auf die Kanaren auf bis zu 6 Stunden. Billigfluglinien gibt es nach La Palma noch nicht, dazu sind wir als Ziel wohl zu uninteressant.

Das neue Kalenderblatt für Oktober ist fertig und kann HIER aufgemacht werden.



Sonntag 02.11.03 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Noch ein Geburtstag

Das Kino in Los Llanos hatte gestern sein erstes Jahr hinter sich und man kann jetzt schon von einer Erfolgsgeschichte sprechen. 176.000 Besucher zählte man seit dem 1. November 2002 in den drei Sälen. Wenn man bedenkt, dass die ganze Insel „nur“ 85.000 Einwohner hat, dann wird diese Zahl noch spektakulärer. Diese nicht erwartete Erfolgsgeschichte basiert darauf, dass man die allerneuesten Filme hat, nicht erst drei Wochen nach Madrid und der Eintrittspreis deutlich unter 4 Euro liegt.

120 Filme wurden im letzten Jahr gezeigt, davon fast 70% amerikanischer Produktion. Das muss nichts schlechtes sein, so lange die Filme drehen... Den Geburtstag will man nachfeiern, am 27. November wird eine amerikanische Superproduktion gezeigt, noch einen Tag vor dem „Rest“ Spaniens. Was sagen uns diese Erfolgsgeschichten, Baltavida das Badezentrum auf der Ostseite der Insel und das Kino in Los Llanos, es geht was auf La Palma!



>Samstag 01.11.03 09:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm

Golfplatz hat ältere Rechte als das Naturschutzgebiet

Der Gemeinderat in Los Llanos hat mit den Stimmen aller vertretenen Parteien, CC, PP und INPA dem Golfplatz in der Region Tamanca zugestimmt. Lediglich die Sozialisten haben mit einer lauten und demonstrativen Enthaltung ihre unerschütterlich klare Haltung zum „Ich weiß nicht“ ausgedrückt. Nun geht ein Antrag an das Ministerium für Umweltschutz, Teile des eben als Naturschutzgebietes erklärten Zone Tamanca, wieder für Aktivitäten frei zu geben.

Argumente sind auch da. Bereits 1992 autorisierte das gleiche Ministerium das Projekt eines Golfplatzes und Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 2.000 Personen. Erst 1994 leitete man seitens des Umweltamtes den Prozess ein dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet zu erklären. Völlig offen ist dabei, ob es sich tatsächlich um das gleiche Gelände handelt, aber das Rathaus argumentiert simpel, das Projekt des Golfplatzes war früher genehmigt. Nun muss man mal ein bisschen zurückdenken, 1992 da war doch die Welt noch in Ordnung, da war Fortschritt und Wachstum doch noch gottgegebenes Menschenrecht. Na ja, seit dem die Atheisten an der Macht sind, kann das ja nicht mehr funktionieren, die sind ja auch Schuld an der Erfindung der Alterspyramide, und Arbeitslosigkeit sieht die Bibel nachweislich auch nicht vor. Oh, jetzt habe ich mich im Land vergriffen. Zurück nach La Palma.

Im Jahr 1992 dachte man hier noch, dass es im Jahr 2000 bereits an die 25.000 wohlbesuchten Gästebetten gibt und die Zahl der Urlauber sich mehr als verdoppelt hat. Die Realität sieht anders aus, wir dümpeln bei 13.000 Betten rum und können nicht über Gedränge an der Bettkante klagen. Vielleicht hat der Tourismus in den nun 11 Jahren seit 1992 um 30% zugenommen, das entspricht genau der Erhöhung an Charterverbindungen aus Mitteleuropa nach La Palma. Macht alles nichts, Fortschritt kann man herbeireden, man muss nur laut genug sein und mit der Brieftasche wedeln.

Schluss jetzt, sonst werde ich noch griesgrämig wie ein deutscher Sozialdemokrat. Dabei ist heute so ein schöner Tag. Meine große Tochter hat heute Ihren neunten Geburtstag und hat sich einen Tagesausflug gewünscht. Eigentlich hatte ich mich schon auf einen Tag mit 15 kreischenden fast – Teenies auf der Terrasse eingestellt und ein paar Extra Bier für die Nerven eingeplant. Aber nein, die will alleine mit ihrer Schwester und den Eltern einen ganzen Tag auf der Insel rumfahren und gucken. Vor so viel Weisheit komme ich nun ins Grübeln, ob das mein eigen Fleisch und Blut ist. Auf jeden Fall ist so etwas doch ein großer Beweis, wie wunderbar La Palma sein muss, wenn so ein junger Mensch lieber über die Insel gurkt, anstatt mit anderen „Chicas“ rumzugackern. Nicht böse sein, wenn es heute Abend keine weiteren Nachrichten gibt, ich mach das zwar gerne, aber meine Tochter ist mir wichtiger und hat um ein förmliches Dinner mit den Eltern ersucht, gleich nach dem Ausflug. Mann geht`s mir gut!!



Familie Ellen & Simon Märkle

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